Countdown für die Generalprobe läuft
Die NASA hat am Freitagabend den Countdown für den sogenannten Wet Dress Rehearsal der Artemis-2-Mission gestartet. Der Test am Kennedy Space Center in Florida soll das gesamte Missionsteam auf den Ernstfall vorbereiten — einschließlich der Betankung der gewaltigen SLS-Rakete mit kryogenen Treibstoffen.
Ursprünglich war die Generalprobe für Ende Januar geplant, musste jedoch aufgrund einer ungewöhnlichen Kältewelle in den USA verschoben werden. NASA bezeichnet die Wetterlage als “seltenen, arktischen Kälteeinbruch”.
Neuer Starttermin: 8. Februar
Mit der Verschiebung des Tests entfallen die ursprünglich anvisierten Startmöglichkeiten am 6. und 7. Februar. Als frühester neuer Starttermin gilt nun der 8. Februar 2026. Die vierköpfige Crew befindet sich derweil in Quarantäne in Houston.
Um die empfindliche Hardware vor der Kälte zu schützen, halten Ingenieure das Orion-Raumschiff unter Strom und haben die Heizsysteme entsprechend konfiguriert.
Historische Mission: Erstmals seit Apollo zum Mond
Artemis 2 wird die erste bemannte Mondmission seit über 50 Jahren sein. Vier Astronauten sollen mit der Orion-Kapsel den Mond umrunden und dabei weiter von der Erde entfernt sein als je ein Mensch zuvor — ein Rekord, den bislang die Crew von Apollo 13 hält.
Die etwa zehntägige Mission dient als entscheidender Test vor der geplanten Mondlandung mit Artemis 3:
- Lebenserhaltungssysteme unter realen Weltraumbedingungen
- Kommunikation und Navigation in großer Entfernung zur Erde
- Manuelle Flugmanöver durch die Crew
Technische Bedenken bleiben
Trotz der Vorfreude gibt es kritische Stimmen. Der Hitzeschild der Orion-Kapsel wurde bei der unbemannten Artemis-1-Mission 2022 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre beschädigt. Die NASA hat zwar Anpassungen vorgenommen — unter anderem eine veränderte Wiedereintrittsflugbahn — doch Experten wie der ehemalige Astronaut Charlie Camarda halten das Restrisiko für zu hoch.
Auch die neuen Raumanzüge für künftige Mondlandungen stehen in der Kritik. Mit rund 140 Kilogramm Gewicht seien sie laut der ehemaligen Astronautin Kate Rubins extrem anstrengend zu tragen und müssten noch weiterentwickelt werden.
Livestream verfügbar
Die NASA überträgt den Blick auf die Rakete an der Startrampe per Livestream. Während der Betankung werden zusätzliche Updates in Echtzeit veröffentlicht.
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